Tauchsafari Marinepark Nord und Straße von Tiran

Eine Tauchsafari mit vielen Wracktauchgängen

Tauchsafari 2016

Ägypten - Rotes Meer
Marinepark Nord und Straße von Tiran

Vom 13.10. bis 27.10.2016 waren fünf Mitglieder des Blue World Diver e.V. aus Braunschweig gemeinsam auf Tauchsafari im Roten Meer von Ägypten.

Von Port Ghalib aus ging es mit der Seawolf Dominator, einer 38 Meter Yacht, zum Elphinstone-Riff. Weiter in Richtung Süden wurde das berühmte Deadalus Riff mit seinem militärisch besetzten Leuchtturm angesteuert.

Eine längere Überfahrt führte uns dann zu den nördlich gelegenen Brother Islands. Nach einer langen, sehr stürmischen und unruhigen Überfahrt erreichte die Dominator dann das bei Tauchern sehr beliebte Wrack der Thistlegorm nahe des Sinai.

Wieder auf rauer See ging es weiter nordwärts zur von Containerschiffen durchkreuzten Straße von Tiran. Insgesamt vier Schiffswracks betauchten wir am Abu Nuhas Riff.

Tauchplatz

Tag der Anreise

Port Ghalib

Donnerstag, 13.10.2016
Vom Flughafen Hannover aus ging am späten Donnerstagabend mit einstündiger Verspätung unser Flug nach Hurghada. Per Taxitransfer wurden wir weiter in Richtung Süden entlang der Küstenstraße bis nach Port Ghalib gebracht. Dort lag unser Safari-Schiff, die Seawolf Dominator.

Der erste Tauchtag - Abu Dabab Riff

Freitag, 14.10.2016
Am frühen Vormittag stachen wir von Port Ghalib aus in See und steuerten das Riff Abu Dabab an. Dies ist ein recht flaches und einfach zu betauchendes Riff und eignet sich daher besonders gut zur Eingewöhnung und Überprüfung der individuellen Tauchfertigkeiten. Am Abend führten wir an diesem Tauchplatz unseren dritten Tauchgang - einen Nachttauchgang - durch.

Bilder: Unterwasserfotograf Andreas Dittmer

Tauchen am Elphinstone-Riff

Elphinstone Riff

Samstag, 15.10.2016
Die aufgehende Sonne ließ das Korallenriff des Elphinstone in seiner vollen Pracht erstrahlen. Dieses Riff erstreckt sich über eine Länge von etwa 480 Metern im Flachbereich bis hin zu einer Länge von über 800 Metern in der Tiefe.

Den ersten Tauchgang des Tages, den sogenannten Early-Morning-Dive, führten wir vom Schlauchboot aus an der Nord-Ost-Spitze des Elphinstone-Riffs durch. Auf einer Tiefe von 40 bis 50 Metern können auf dem Nordplateau regelmäßig Großfische angetroffen werden. Mit der Strömung ließen wir uns von dort aus an der Steilwand zurück zum Safari-Schiff treiben.

Vom Taucherdeck der Seawolf Dominator aus führte uns der zweite Tauchgang auf das Südplateau des Elphinstone-Riffs. Am Bug des Schiffs konnten wir am Ende unseres Tauchgangs unseren ersten Weißspitzenhochseehai, den berüchtigten Longimanus, ehrfürchtig bestaunen.

Auf der vom Sonnenlicht gefluteten Westseite des Riffs führten wir am Nachmittag einen weiteren Strömungstauchgang vom Schlauchboot - auch als Zodiac bezeichnet - aus durch.

Bilder: Unterwasserfotograf Andreas Dittmer

Das berühmte Deadalus Riff mit seinem Leuchtturm

Deadalus Riff

Sonntag, 16.10.2016
Mit dem Wind ging es bei ruhigem Seegang südwärts dem Vollmond entgegen zum Deadalus Riff. Auf diesem wurde ein Leuchtturm errichtet, der heute vom Ägyptischen Militär weiterhin betrieben wird.

In den frühen Morgenstunden hielten wir auf der Nordseite des Deadalus Riffs Ausschau nach Hammerhaien. Diese sind in den Tiefen des Blauwassers meist in größerer Zahl anzutreffen. Auf einer Tauchtiefe von etwa 40 Metern konnten wir ein paar Exemplaren aus nächster Nähe bewundern.

Den zweiten Tauchgang nutzten wir, um uns die Südseite des Deadalus Riffs anzuschauen. Auf einer Tiefe von 16 Metern fanden wir dabei eine wahre Besonderheit vor. Eine neongrün leuchtende Anemone mit kleinen Klauenfischen, aus Disneyfilmen als Nemo bekannt geworden, die darin Schutz suchten. Nicht immer ganz leicht zu entdecken konnten wir am Riff viele Skorpionfische - auch als Drachenkopf bezeichnet - perfekt getarnt ausmachen.

Eine weitere Besonderheit fanden wir am Nachmittag auf der Westseite des Deadalus Riffs. Auf etwa 15 Meter Tiefe erstreckt sich über eine große Fläche die sogenannte „Anemon-City“; eine Ansammlung schier unzählbare Anzahl an Anemonen.

Tauchen bei den Brüdern: Big und Little Brother

Big Brother Island

Da wurde es dann schnell leer im Speisesaal. Gegen den Wind und somit voll gegen die Wellen führte uns die fast elf stündige Überfahrt vom Deadalus Riff zu den nördlich im offenen Meer gelegenen Brother Islands. Ausgerechnet beim Abendessen wurde es dann so richtig heftig. Das Safari-Schiff sprang buchstäblich von Welle zu Welle. Die Getränke kippten um und das Essen gelang nur noch schwerlich in den Magen. Zügig begaben sich die Taucher auf das Oberdeck, um einer sich anbahnenden Seekrankheit zu entgehen. Nur ein paar „hartgesottene Seemänner“ genossen dann ganz in Ruhe das Mahl.

Big Brother Island - die Wracks der Numidia und Aida am großen Bruder

Montag, 17.10.2016
Früh am Morgen wurden wir zu unserem nächsten Tauchgang geweckt. Mit dem ersten Blick aus der Kabine erblickten wir den sandbraunen Leuchtturm der Insel Big Brother. Auf dieser wurde gerade eine Militärübung durchgeführt und Ägyptische Soldaten mit Maschinengewehren patrouillierten an der Steilküste.

Noch etwas müde von der unruhigen Nacht sprangen wir vom Taucherdeck aus in Wasser. Auf dem Süd-Ost-Plateau auf einer Tiefe von 25 bis 45 Metern befanden sich drei größere Felsformationen. Diese dienen den Großfischen am Morgen als Putzerstation. Auf einer alten Holzbank auf etwa 40 Metern Tiefe legten wir „eine kleine Rast ein“.

Big Brother Island in der Abenddämmerung

Im Jahre 1901 lief das Frachtschiff Numidia auf dem Nord-Riff des Big Brothers auf und versank nach einigen Wochen in der Tiefe. Unser dritter Tauchgang führte uns vom Zodiac aus auf der Backbordseite des Numidia Wracks in eine Tiefe von etwa 40 Metern. Von dort aus tauchten wir zum Schiffsmast, der an dessen Spitze reich mit bunten Korallen bewachsen war. Hinab durch den oberen Laderaum gelangten wir in das Wrackinnere, wo eine lange Eisenbahnschiene als letzter Überrest der damaligen Ladung vorzufinden war. Auf einer mittleren Tauchtiefe von etwa 25 bis 15 Metern konnten wir ausgiebig die Deckaufbauten begutachten. Wir beendeten den Tauchgang im Flachwasserbereich des zuvor schon betauchten Wracks der Aida.

Bilder: Unterwasserfotograf Andreas Dittmer

Little Brother Island

Little Brother - der kleine Bruder

Dienstag, 18.10.2016
Hohe Wellen brandeten an der Küste des kleinen Bruders. Abenteuerlich war die Fahrt mit dem Zodiac zum Nord-Ost-Plateau, das insbesondere in den frühen Morgenstunden von Großfischen als Putzerstation aufgesucht wird. Auf einer Tiefe von nur fünf Metern kreiste ein Hammerhai über unserer Tauchgruppe. Inmitten der Strömung stehend trafen wir auf 40 Meter Tiefe einen ausgewachsenen, imposanten Barrakuda inmitten der Strömung stehend an. Dieser ließ sich dort durch Putzerfische von Parasiten befreien. Zurück auf 20 Metern Tiefe konnten wir einen weiteren Hammerhai direkt auf Augenhöhe ausmachen. Zurück am Safari-Schiff wartete bereits ein neugieriger Longimanus Hai auf uns.

Das Team der MY Seawolf Dominator

Auf Tuchfühlung mit den Haien: mit Blick auf Big Brother Island ging es wieder mit dem Zodiac bei ordentlichem Wellenganz auf die Ostseite des kleinen Bruders. In südlicher Richtung tauchten wir mit zwei Weißspitzenriffhaien auf einer Tiefe von etwa 15 bis 20 Metern am Riff entlang. Ein weitläufiges Gorgonienfeld erstreckte sich über die Süd-Ostseite des Little Brothers. Gorgonien sind große, fächerartige Korallen, in denen sich insbesondere die markanten Langnasenbüschelbarsche heimisch fühlen. Diese standorttreuen Korallenwächter sind meist im kühleren Wasser auf etwa 40 Meter Tiefe zu finden.

Little Brother Island im Sonnenuntergang

Zurück an der Dominator erwarteten uns bereits drei Longimanus Haie. Diese umkreisten uns in greifbarer Nähe. Kühl und bedrohlich wirken die Blicke dieser eindrucksvollen Geschöpfe. Von der im Sonnenlicht reflektierenden Tauchausrüstung angezogen kamen die Haie ganz nah an uns Taucher heran und schnappte dabei auch einmal nach dem Blitz der Unterwasserkamera.

Den letzten Tauchgang an diesem Tag führten wir auf der von unzähligen Überhängen und Höhlen gesäumten Westseite des Riffs durch. In den Höhlen fühlten sich besonders Muränen sehr wohl, die wir in größerer Zahl immer wieder bestaunen konnten.

Little Brother Island

Mittwoch, 19.10.2016
Aufgrund des zunehmenden Wellenganges und der damit einhergehenden starken Brandung und Strömung Unterwasser entschied der Kapitän an dem sicher gelegenen Ankerplatz des Little Brother zu verbleiben. Es folgten also noch drei weitere Tauchgänge an diesem Riffplatz. Dabei betauchten wir noch einmal ausgiebig die interessanten Höhlen der Ostseite der Steilwand. Auf der Nordseite konnten wir im Blauwasser einen Grauhai und Longimanus bei Revierkämpfen beobachten.

Ein unheimlicher Moment: der letzte Tauchgang am kleinen Bruder war durch starke Strömungen und Brandungen bestimmt. Von der Ostseite aus ging es über das Südplateau auf die Westseite. Der starke Wellengang an der Wasseroberfläche ließ uns Taucher immer wieder auf- und abtreiben.

Ganz unverhofft schoss aus dem dunklen Blau der Tiefe ein Longimanus pfeilartig auf uns an die Oberfläche zu. Offenbar erst im letzten Moment nahm uns dieser als Taucher wahr und drehte wieder langsam ab ins weite, offene Meer.

Wracktauchen an der S.S. Thistlegorm

Im Inneren der S.S. Thistlegorm

Donnerstag, 20.10.206
Direkt über dem Wrack der S.S. Thistlegorm lag unser Safari-Schiff vor Anker. Die Ankerleinen wurden dabei direkt an dem Wrack festgemacht. Der erste Tauchgang führte uns die Heckankerleine hinunter zu dem vom Bombeneinschlag zertrümmerten Heckbereich der Thistlegorm. Auf dem Heck befanden sich zwei Artilleriegeschütze. In den Trümmerteilen war ein auf dem Kopf liegender Panzer zu erkennen. Über die Steuerbordseite tauchten wir hinauf zum Deckaufbau und gelangten von dort aus in das Wrackinnere. Die über insgesamt drei Ebenen liegenden Laderäume waren mit unzähligen LKW beladen. Auf deren Ladeflächen wurden Motorräder dicht aneinander aufgeladen, um eine bestmögliche Ausnutzung der Ladekapazitäten zu gewährleisten. Außerdem waren viele kriegswichtigen Utensilien, wie beispielweise Stiefel, dort zu finden. Aus der Laderaumöffnung ging es vorbei an wie Eisenbahnanhängern hinauf zum Bug der Thistlegorm. Dieser fällt steil in die Tiefe; ein beeindruckender Blick nach unten.

Wrack der S.S. Thistlegorm

Den nächsten Tauchgang zur Mittagszeit starteten wir über die mittlere Ankerleine des Safari-Schiffs hinunter zum Deckaufbau der Thistlegorm. Von dort tauchten wir auf der Backbordseite hinunter auf 29 Meter Tiefe zu einem, vom Wrack etwas entfernt gelegenen Überrest einer Eisenbahnlock. Über die zertrümmerte Öffnung der Laderäume am Heck gelangten wir in die unterste der drei Ebenen. Diese war frei von Ladung und besiedelt von vielen kleinen Fischschwärmen, die im Licht der Lampe glitzerten. Auf der anderen Laderaumseite gelangten wir wieder über die große Öffnung nach oben zur Brücke und weiter zum Bug. Auf der Brücke war ein Waschraum mit Badewanne und Waschbecken zu finden.

Auch der dritte Tauchgang am Wrack der Thistlegorm führte uns in die großräumigen und sehr weitläufigen Laderäume. Mystische waren die mit der Zeit zersetzen Beladungen im Schein der Lampen anzusehen. Nur selten gelangte Licht von außen in die geschlossenen Laderäume hinein. Wieder am Bug angekommen, konnten wir zwei Gelbmaulmuränen bewundern.

Aufgrund der günstigen Strömungsverhältnisse konnten wir auch einen Nachttauchgang am Wrack durchführen. An der Ankerleine entlang ging es hinab in die finstere Tiefe zur Thistlegorm. Ein großer Schwarm von Fledermausfischen stand über dem Deckaufbau. Zwei große Drachenköpfe lagen gut getarnt auf dem Wrack. Im Laderaum schwamm in 20 Metern Tiefe eine Riesenmuräne frei umher.

Tauchgangsbriefing

Thomas Reef
Die geläutete Schiffsglocke leitete unseren ersten Tauchgang dieses Tages ein. Mit dem Zodiac fuhren wir auf die Ostseite des Thomas Reefs, die von der aufgehenden Sonne im günstigen Licht lag. Hinab auf 30 Meter Tiefe betauchten wir einen kleinen Gorgoniengarten.

Weiter hinab durchtauchten wir einen sehr langgezogenen und tief gelegenen Canyon mit insgesamt drei, auf unterschiedlichen Tiefen übereinander liegenden, Bögen.

Tauchberichte auf dem Safarischiff schreiben

Mitgezogen von einer starken Strömung beendeten wir den Tauchgang als Drifttauchgang und stiegen zum Schluss zurück in das Zodiac.

Ein weiterer Tauchgang am Thomas Reef führte entlang der Steilwand, wo in der Tiefe ein Langnasenbüschelbarsch in einer Schwarzkoralle zu finden war. Auf etwa 10 Metern war in der Steilwand ein kleiner Blaupunktrochen versteckt. Dies ist eigentlich ein recht ungewöhnlicher Ort, da man diese sonst ehr auf sandigem, weitläufig flachem Meeresboden antrifft.

Oberflächenpause an der Straße von Tiran

Gordon Reef
Das Gordon Reef ist ein sehr großflächiges und relativ Flaches Korallenriff mit schier unendlich vielen Korallen und einer Korallenformation, die einem Amphitheater sehr ähnlich sieht. Auch unseren Nachttauchgang führten wir an diesem Tauchplatz durch. Auf dem überwiegend sandigen Grund, der übersäht mit einzelnen Korallenblöcken war, konnten wir auf einer geringen Tauchtiefe von maximal 10 Metern viele Feuerfische und Muränen bei der Futterjagd beobachten.

Bilder: Unterwasserfotograf Andreas Dittmer

Straße von Tiran

Samstag, 22.10.2016

Jackson Reef
Seinen 500ten Tauchgang konnte eines unserer Mitglieder am Jackson Reef feiern. Im recht schwachen Licht der Morgendämmerung konnten wir direkt am flach abfallenden Hang des Riffs einen ausgewachsenen Longimanus beobachten. Mit der Strömung ging es dann im flacheren Bereich entlang des farbenfrohen Korallenriffs zurück zur Dominator.

Woodhouse Reef

Woodhouse Reef
Mit dem Zodiac wurden wir zu dem etwas entfernt gelegenen Woodhouse Reef gefahren. Schnell ging es hinab auf eine Tiefe von etwa 30 Metern, wo der Eingang zu einem Canyon lag.

Unterhalb des Canyons verlief eine nur etwa 2 Meter breite Höhle. Am Ausgang der Höhle erinnerten eine Steintafel sowie ein Kranz an die, in der Höhle tödlich verunglückten Taucher.

Stingray Reef

Stingray Reef
Ein kleiner Geheimtipp vom Kapitän war der Tauchplatz am Stingray Reef, kurz vor Ras Mohammed gelegen. Dieses nur etwa 13 Meter tiefe und mit vielen Korallenblöcken übersäte Riff mit seinen zwei großen Korallenblöcken eignete sich sehr gut für unsere beiden letzten Tauchgänge an diesem Tag. Den bei Dämmerung erkundeten Tauchbereich konnten wir dann bei absoluter Dunkelheit beim Nachttauchgang betauchen und dabei viele nachtaktive Riffbewohner beobachten.

Tauchen am Ras Mohammed

Sonntag, 23.10.2016

Shark Reef und Yolanda Reef
Die ersten beiden Tauchgänge an diesem Tag führten wir im Gebiet des Ras Mohammed, einem Nationalpark im Roten Meer, an den Riffen Shark und Yolanda durch. Da das Safari-Schiff nicht ankern durfte, mussten wir uns alle „absprungbereit“ am Taucherdeck zusammentreffen und dann bei laufenden Motoren - die Schiffsschrauben wurden natürlich angehalten - alle zügig hintereinander ins Wasser springen.

Taucherflaggen

Aufgrund der recht starken Strömung galt es, schnellstmöglich an die Steilwand vom Shark Reef zu gelangen. Entlang dieser führte der Tauchgang entlang der Anemone City, einem kleinen Plateau mit einer Vielzahl von Anemonen hin zu den Überresten des Wracks der Yolanda auf einer Tiefe von etwa 13 bis 7 Metern. Diese hatte italienische Keramik geladen, sodass der Grund mit Badewannen und Toilettenschüsseln übersät war, zwischen denen sich recht eindrucksvoll ausschauende Krokodilfische gesellten.

Stürmische Überfahrten mit der Seawolf Dominator

Small Gubal Island
Eine türkisblaue Lagune mit einem kleinen Berg und einem kleinen Leuchtfeuer. Darin versunken ein Versorgungsboot. Vom Safari-Schiff, das direkt über dem Wrack vor Anker lag konnten wir dieses auf einer durchschnittlichen Tauchtiefe von lediglich 13 Metern ausgiebig betauchen. Viele interessante Meeresbewohner konnten wir dabei entdecken: Drachenköpfe, Riesenmuränen, Graue Muränen, Rußkopfmuränen, Krokodilfische, Pyjamaschnecken und viele andere.

Muräne

Auch der Nachttauchgang an dem kleinen Wrack und dem umliegenden Korallenriff versprach Begegnungen mit vielen, teilweise nicht oft gesehenen Geschöpfen des Roten Meeres.

So konnten wir bei diesem Tauchgang einen mächtigen, sehr unheimlich ausschauenden und zugleich hochgradig, für den Menschen lebensgefährlich giftigen Steinfisch, zwei Sepien, Krokodilfische, gigantische Riesenmuränen und andere Muränenarten beobachten. Definitiv war dies einer der eindrucksvollsten Nachttauchgänge.

Wracktauchen am Abu Nuhas Reef

Small Gubal Island Bluff Point

Montag, 24.10.2016

Small Gubal Island Bluff Point
Mit dem Zodiac fuhren wir am Leuchtfeuer vorbei zum Bluff Point. Dort stiegen wir an der Steilwand hinab in die Tiefe. Mit Riff rechter Schulter ging es auf einer mittleren Tauchtiefe von 30 bis 15 Metern die Steilwand und dem flach abfallenden Plateau entlang zu einer Höhle, die von einer Vielzahl Feuerfischen besiedelt war. Im Flachwasserbereich ging es dann über das bunte Korallenriff zurück zum Wrack unterhalb unseres Safari-Schiffs.

Abu Nuhas Wrack der Kimon M.
Insgesamt vier Wracks liegen auf der Nordspitze des Abu Nuhas Riffs. Der erste Tauchgang führte uns zu dem Wrack der Kimon M. auf etwa 30 Meter Tiefe. Die auf der Steuerbordseite liegende Kimon M war durch die starke Brandung bereits sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Einzelne Wrackteile bewegten sich rhythmisch im Takt der Wellen. Dumpfe und unheimliche Knarrgeräusche zogen durch den Schiffsrumpf. Am quer liegenden Mast vorbei tauchten wir ab bis zum Heck des Wracks zur Schraube. Von dort aus gelangten wir in den recht engen Laderaum herein. Über den nach schräg nach oben ragenden Rumpf schwamm ein prächtiger Napolenfisch empor.

Abu Nuhas Wrack der Kimon M.

Abu Nuhas Marcus Wrack
Auf den hohen Wellen sprang das Zodiac mit uns Tauchern auf und ab. Direkt über dem Wrack der „Markus“ tauchten wir auf der im Sonnenlicht gelegenen Backbordseite ab. Über das Heckt gelangen wir in den engen, quer liegenden Heckaufbau, der sich über zwei Ebenen erstreckte. Durch eine kleine Öffnung gelangten wir dann auf die Steuerbordseite des Wracks. Über den aufgerissenen Heckbereich konnten wir dort in den Laderaum, in dem palettenweise Steinplatten, bzw. Fliesen „Made in Italy“ gelagert wurden. Durch die kleinen Seitenfenster fielen immer wieder die Sonnenstrahlen in das Wrackinnere. Durch den Kabinenaufbau an Deck konnten wir durch mehrere Luken eine Werkstatt mit stark verrosteten Werkzeugen und Maschinen betauchen.

Abu Nuhas Marcus Wrack

Abu Nuhas Süd Channel
Die Dominator machte im seichten Wasser auf der Südseite des Abu Nuhas Riffs in einem kleinen Kanal zwischen zwei Riffteilen fest. An diesem Platz führten wir unseren Nachttauchgang vom Safari-Schiff in östliche Richtung durch. Auf einer Meerestiefe von etwa 13 Metern fanden wir einen riesigen Buckelbärenrebs.

Dienstag, 25.10.2015

Abu Nuhas Wrack der Ghiannis D.
Die 1985 gesunkene Ghiannis D. liegt auf einer Tiefe von etwa 20 Metern auf schräg auf der Steuerbordseite. Vom Oberdeck aus betauchten wir das Heck des Wracks, wo wir durch eine kleine Lucke gelangten wir in den mehrstöckigen Maschinenraum, in dem die gigantischen Motoren vorzufinden waren. Über Leitern und Treppen konnten wir die schmalen Gänge der einzelnen Maschinenraumebenen überwinden. Von den umlaufenden Längen zweigten immer wieder kleine Kabinen mit verrosteten Rohrbetten sowie auch ein Waschraum ab. Kopfüber ging es durch einen, aufgrund der Schräglage des Wracks, steil abschüssigen Gang hinab zurück ins Freie.

Abu Nuhas Wrack der Ghiannis D.

Abu Nuhas Wrack der Carnatic
Schräg einfallendes Sonnenlicht ließ die vielen Tausend Glasfische im Bugladeraum des Segelschiffs Carnatic wie edle Kristalle eines Kronenleuchters glitzern und glänzen. Von dem bereits stark verwitterten Holzwrack sind nur noch die Spanten übrig geblieben. Wie das Gerippe eines riesigen Wals lagen die beiden Laderäume auf der Steuerbordseite. Diese konnten wir vom Zodiac aus auf einer Tiefe von circa 24 Metern ausgiebig betauchen.

Siyul Kebir
Mit dem Zodiac ging es zur Nord-Ostseite des Riffs. Dieses fiel steil in die Tiefe am und lief dann als Plateau weiter in die Tiefe. Entlang der Riffkante schwebten wir in einer mittleren Tauchtiefe von etwa 20 bis 15 Metern zurück zum Schiffliegeplatz, der in einem flachen Sandplateau lag.

Siyul Kebir

Shaab El Erg
Vom Safari-Schiff aus sprangen wir ein letztes Mal bei absoluter Dunkelheit ins Wasser. Das Boot hatte an einem kleinen Kanal am Ende einer Lagune festgemacht. Wir tauchten am alten Ankerplatz entlang und schossen mit der Strömung den Kanal entlang. Recht müßig war daraufhin der Rückweg am Riff entgegen der Strömung zurück zur Dominator.

Shaab El Erg

Bilder: Unterwasserfotograf Andreas Dittmer

Mittwoch, 26.10.2015

Shaab El Erg
Noch vor Sonnenaufgang wurde zum Tauchen geläutet. Bei diffusem Licht zogen wir unsere Tauchausrüstung an und sprangen vom Taucherdeck der Dominator. Im Morgengrauen verlassen für gewöhnlich die Delfine ihren Schlafplatz in der Lagune und durchqueren den schmalen Kanal, in welchem wir vor Anker lagen. Die Sicht ist aufgrund der weitläufigen Sandfläche und der starken Strömung recht trüb gewesen. Doch wir hatten Glück: eine größere Schule von Delfinen tauchte tatsächlich auf und umkreiste uns aufgeregt und neugierig. Ein toller Start in unseren letzten Tauchtag.

Fanous West Hurghada
Es hieß nun, letztes Mal in das Schlauchboot steigen. Wir fuhren durch die türkiesblaue Lagune des Fanous Riffs und tauchten dann ab auf eine Tiefe von etwa 14 Metern. Gemütlich tauchten wir am Riff entlang und warfen noch einmal zum Abschied einen Blick in das tropische Gewässer.

Hurghada
Zurück in Hurghada hieß es zu guter Letzt, die Tauchausrüstung zu spülen und zu trocknen, bevor wir dann nach zwei Wochen wieder festen Boden unter unseren Füßen hatten.

Artikel von Marco Dittmer