Tauchen im Kreidesee Hemmoor

Tolles Wetter, super Sichtverhältnisse.

Bericht vom Tauchen

Am Tauchwochenende vom 03. bis 05. Juli 2015 führten wir insgesamt 5 Tauchgänge im Kreidesee von Hemmoor durch. Wir tauchten am und im legendären Rüttler, waren am LKW, am Flugzeug, zu Besuch beim Weißen Hai, durchquerten Röhren, betauchten Segelboote und -yachten und konnten auch alle sonstigen Highlights des Sees bestaunen. Tolles Wetter, super Sichtverhältnisse.

Unser Basislager haben wir am Einstieg 4b, auf der Süd-Ost-Seite des Kreidesees aufgeschlagen. Unser Pavillon diente uns dabei als idealer Sonnenschutz für die Ruhezeiten zwischen den Tauchgängen. Direkt am Steilhang hatten wir von dort eine fantastische Aussicht auf den See - absolutes Urlaubsfeeling.

Beschwerlicher war dann das Anziehen der Trockentauchausrüstung bei heißen, sehr sommerlichen Temperaturen. Doch die Tauchgänge, die durch die Reihe weg alle ein tolles Erlebnis waren, entschädigten sogleich der Mühen.

Tauchplatz

Tauchgang 1:

Vom Einstig E3 aus ging es direkt an der Leine hinab zur Rüttlerplattform, auf dessen Brücke ein LKW-Kipper auf etwa 20 Meter Tiefe geparkt steht. Der Rüttler ist ein etwa 12 Meter hohes Benongebäude das zur Trennung von Gestein und Kreide diente. Durch die Schütte an der Rückseite des LKW ging es durch ein Gängesystem weiter in die Tiefe auf 32 Meter. Am Gangende befindet sich die Meisterbude, die aufgrund gehäufter Tauchunfälle mit Todesfolge vergittert ist. Im Inneren des Rüttlers haben sich zwei Luftblasen gebildet. In diesen konnte man sich in unheimlicher Tiefe sogar unterhalten. Geatmet wurde dabei weiterhin aus dem Lungenautomaten! Am Fuße des Rüttlers erreichten wir dann eine steile Abbruchkante, der wir noch bis auf 37 Meter Tiefe folgten. Anschließend umtauchten wir den Rüttler auf der Nordseite, unterquerten die Brücke und beendeten den Tauchgang im flacher werdenden Hangbereich.

Tauchgang 2:

Der zweite Tauchgang wurde vom Einstieg 2 in Richtung Segelboot mit gespanntem Segel begonnen. Dieses liegt auf 11 Meter Tiefe. Von dort aus ging es sodann in Richtung Abbruchkante im Bereich der Benonbombe. Diese verläuft extrem steil. Die Temperaturen ging mit dem Erreichen einer Tauchtiefe von 45 Metern runter auf 6°C. Die Sicht war gut, jedoch war es natürlich extrem dunkel. Dem Steilkantenverlauf folgend tauchten wir sodann auf eine Tiefe von 23 Metern auf und begutachteten die dortige Betonbombe. In dieser befand sich eine rosa Flosse mit der Gratulationsaufschrift zum 3.000sten Tauchgang - Glückwunsch an den betreffenden Taucher auch von uns! Weiter durch einen Unterwasserwald ging es vorbei an einzelnen Forellen zum Ausstieg.

Tauchgang 3:

Vom Einstieg E0 ging es über die Ausbildungsplattform mit Pinguin weiter zum Flugzeug - eine auf 10 Meter frei schwebende alte Piper 28. Laut Aufschrift aus dem Besitz von Alan Shepard, der 1961 der erste US-Amerikaner im All und 1971 der 5. Mann auf dem Mond war. Weiter ging es nun linker Schulter vorbei an einem Förderband am Ufer entlang zum Weißen Hai. Eine lebensgroße Nachbildung auf 10 Meter Tiefe. Zurück im Flachwasserbereich ging es zur Werkbank und dann durch eine Röhre hindurch zum Einstieg E1.

Tauchgang 4:

Am zweiten Tauchtag wurden beide Tauchgänge vom Einstieg E4b aus durchgeführt. Dieser führte über den PKW direkt in Ufernähe auf 6 Meter Tiefe zur 13 Meter langen Segelyacht "Hemmoor" auf 16 Meter Tiefe. Auf dem Weg dort hin befinden sich eine Schubkarre, ein PC sowie ein kleines Segelboot ohne Segel. Die Segelyacht verfügt über mehrere betauchbare Kabinen. In diesen befinden sich neben WC, Küche und Steuerraum weitere interessante Utensilien. Weiter in nord-westliche Richtung ging es zu den beiden Wohnwagen auf 26 Meter und 39 Meter Tiefe.

Tauchgang 5:

Von Einstieg E4b ging es auf einer Tauchtiefe von 20 bis 23 Metern etwa 30 Minuten linker Schulter der Steilkante entlang bis zur Brücke des Rüttlers. Auf dem Weg lagen zwei PKW, Brückenkonstruktionen und Steinschlagmatten. Insgesamt sehr mystisch der Tauchgang, da das Wetter (vor dem verheerenden Orkan) so langsam umschlug und es recht bedeckt war.

Artikel von Marco Dittmer